Fortsetzung zum längst überfälligen Monstereintrag!

Donnerstag, 27.04.2017

Leider war mein Beitrag zu lang für diesen Blog - hier also die Fortsetzung ;)

Das berühmteste Motiv dort ist Bag End, zu deutsch Beutelsend, das Haus von Bilbo und Frodo, das in den Filmen sehr oft zu sehen ist. Anschließend ging es weiter in den Green Dragon, eine Hobbitkneipe sozusagen, bei dem jeder Besucher ein Bier in die Hand gedrückt bekam. Bei dem stolzen Eintrittspreis von $79 die Nase, kann man das ja auch erwarten 😉

Damit endete unsere zweistündige Tour dann auch schon fast und wir wurden mit unserem Shuttlebus zurück nach Matamata gefahren. Für mich als kleiner Herr-der-Ringe-Suchti ein absolutes Highlight und gelungener Abschluss unserer langen Reise, bei der sich Nadja und ich auch manchmal als kleine verlorene Hobbitse (ß versteckter Hinweis an alle Nerds – haha 😃) gefühlt haben.

Ich bin nun seit einer Woche nach ein paar sehr anstrengenden Flügen wieder zuhause und der (Uni-)Alltag hat mich wieder. Es war eine wirklich bezaubernde und suuuuper ereignisreiche Reise am anderen Ende der Welt. So viele schöne Erinnerungen, die mich ein Leben lang begleiten werden.

Ab jetzt werden nur noch Nadja und Matze von ihren Erlebnissen berichten und ich widme mich wieder dem normalen und geordneten Leben (was man nach 3 Monaten backpacken auch wirklich zu schätzen weiß – glaubt mir!).

Daria over and out. *peace*

Längst überfälliger Monstereintrag

Mittwoch, 19.04.2017

Hallo alle zusammen,

es tut uns wirklich sehr Leid, dass wir so selten etwas von uns hören lassen. Aber wir erleben jeden Tag so viel, schlafen jede Nacht woanders und haben teilweise gar kein bis seeeehr grottiges Internet 😉 Mittlerweile haben wir uns von unserer letzten Gastfamilie verabschiedet und sind losgezogen, um den Rest des Landes zu erkunden. Seitdem sind wiederum 4 Wochen vergangen und ich versuche jetzt, von allem ein bisschen was zu berichten. Warnung – das wird wirklich ein seeeeeehr langer Eintrag – also nehmt euch Zeit 😉 Puh, also los geht’s:

Der Abschied von unserer Gastfamilie an diesem wunderbaren Fleckchen Erde in der Hawkes Bay (genauer gesagt Haumoana) ist uns mehr als schwer gefallen. Wir haben jedes einzelne Familienmitglied so lieb gewonnen und uns auch in das ein oder andere Tierchen verguckt, dass wir sehr gerne noch länger geblieben wären. Auch Dyan, Renée und Cliff betonten sehr oft, dass sie uns gerne auf ewig behalten würden und sie auf die neuen Wwoofer eigentlich gar keine Lust hätten 😃  Am Abend vor unserer Abreise hat uns Dyan nach dem Dinner dann noch einmal ins Wohnzimmer gebeten und hat uns eine Karte und zwei Geschenke überreicht. Die Karte beinhaltete neben einem absolut lieben Abschiedstext auch einen lebenslangen Gutschein, sodass wir den Farmyard Zoo auch mit unseren Familien auf ewig besuchen können (und auch sollen 😉). Ein schöneres Kompliment konnte man uns wohl kaum machen ❤ In den liebevoll verpackten Geschenken fanden wir dann außerdem jeweils ein riesiges Fresspaket, angefangen mit Mars und Bounty bis zu zahlreichen neuseeländischen Süßigkeiten, von denen wir noch nie etwas gehört hatten. Da die Familie ja wusste, dass wir mit dem Kiwi Experience Bus weiterfahren würde, fanden sie, ein solches Fresspaket gehöre dann einfach dazu. Wir waren wirklich sehr gerührt und mussten sogar das ein oder andere Tränchen verdrücken. Aber es half ja alles nichts – am nächsten Tag hieß es ja schon Abreise. Wir halfen noch ein letztes Mal mit, alle Tiere in die Streichelpaddocks zu bringen und alles vorzeigefähig aussehen zu lassen und dann überraschte Dyan uns noch damit, dass wir vor unserer Abreise ein letztes Mal mit Saturn und Sydney einen Ausritt begleiten durften ❤ Klingt alles zu schön um wahr zu sein, war es im Prinzip auch 😉 Unsere liebe Gastmutti Dyan fuhr uns dann noch nach Hastings zur Bushaltestelle und weil wir 10 Minuten zu früh waren, parkte sie das Auto und setzte sich noch die letzten 10 Minuten mit uns auf die Bank und leistete uns Gesellschaft beim warten. Das Ganze machte den eigentlichen Abschied dann nochmals schwerer und mit großen Steinen auf unseren Herzen verließen wir diese wundervolle, ehrliche, herzliche und warme Familie.

Next Stop, Wellington.

Dazu müssen wir gar nicht viel sagen, denn in Wellington haben wir insgesamt bestimmt aufaddierte zwei Wochen verbracht. Die Innenstadt ist (für neuseeländische Stadtverhältnisse) eigentlich ganz süß, aber für uns war die Hauptstadt wieder eine Zwischenstation, die wir nur dafür nutzten, unsere ganzen Reitsachen in einem Paket nach Hause zu schicken. Teuer teuer, aber dafür mussten wir 5kg weniger mit uns rumschleppen und hatten endlich mal wieder Platz in unseren Backpacks – wuhu! 😃

Zwei Nächte später hieß es dann früh am Morgen Rucksäcke aufladen, Fresstüte in die Hand und ab in Richtung Kiwi Experience – Abfahrtsstelle. Unsere erste Fahrt reichte nur von der City zum Fährterminal, da wir noch am selben Morgen mit der Interislander Fähre auf die Südinsel fahren sollten. Auf der 3,5-stündigen Fahrt lernten wir dann Oliver kennen, einen Deutschen, der auch in unserem Bus mitfahren sollte und sich im Gegensatz zu so manch anderen Kerlen hier als sehr lieb und „normal“ herausstellte. Bevor die Fähre auf der Südinsel, genauer gesagt in Picton, anlegte, konnten wir noch ein paar Eindrücke von den Marlborough Sounds sammeln und ein paar schöne Fotos machen. Sobald wir unsere Backpacks dann von den Gepäckbändern gesammelt hatten, stiefelten wir hinter Ivan, unserem Fahrer, her. Der hatte sich – wie sich das für St Patricks Day gehört – ein leuchtend grünes Kleid über sein leuchtend grünes T-Shirt gezogen und steuerte auf den leuchtend grünen Kiwi Experience-Bus zu. Sein Vollbart machte dieses Bild nur noch perfekter – na das konnte ja heiter werden. Nadja und ich konnten uns dann die Sitzplätze mit der besten Sicht sichern (ganz vorne links) und sobald alle 100 Backpacker ihren Kram verladen, sich irgendwie organisiert und auf die zwei Busse verteilt hatten, ging die Fahrt los nach Kaiteriteri. Einem winzig kleinen Kaff mit einem sehr schönen goldfarbenen Strand, den wir abends ein Stückchen entlang gegangen sind. Mehr gibt es von diesem Ort aber eigentlich auch nicht zu berichten.

Am nächsten Morgen (100 Leute checken aus, 100 Leute wollen gleichzeitig ihren Kram in den Bussen verstauen und 100 Leute streiten sich um die besten Plätze im Bus) ging es dann weiter für uns nach Westport, einem ebenfalls sehr kleinen Ort an der Westküste, wo man eigentlich nichts anderes machen konnte als surfen. Angesichts des nasskalten Wetters haben wir das aber lieber bleiben gelassen und haben uns stattdessen mit den 12 anderen Backpackern auf unserem Zimmer (??!) mit Hilfe der zimmereigenen (schlechten) DVD-Sammlung den Terentino-Film „Hostel“ angeschaut. Natürlich überaus passend 😉 Da wir uns ja nun nicht mehr in Familien befanden und nicht mehr lecker für uns gekocht wurde (heul) mussten Nadja und ich nun auch zunehmend die Erfahrung machen, dass nicht alles, was lecker aussieht auch lecker schmeckt und dass das die Auswahl in den Supermärkten sich auch ganz schön von denen in Deutschland unterscheiden kann. An dem Abend zum Beispiel gab es eine ziemlich widerliche Pastasauce – aber nun denn, wegschmeißen ist ja auch nicht gerade ökonomisch, also immer rein damit 😉

Der nächste Morgen begann genauso stressig wie die zwei Tage davor und diesmal ging die Fahrt zum Lake Mahinapua, wo wir in einem Hotel übernachteten, allerdings für $55 nicht nur ein Bett, sondern auch ein sehr reichhaltiges Dinner und ein gutes Frühstück bekamen. Außerdem war der Sonnenuntergang echt mega schön :)

Das war aber auch ein Muss, denn an diesem Abend hieß es Party machen! Das Hotel (das diesen Titel wirklich nicht verdient hat) besteht zu 90% aus einer riesigen Bar und veranstaltet jeden Abend (oder zumindest fast jeden Abend) eine riesige Kostümparty. Dafür hatte uns unser neuer Busfahrer Sam (der übrigens erst 23 ist und den riesigen Reisebus durch die Gegend schifft, als mache er das schon seit 30 Jahren) in Greymouth rausgeschmissen und uns 45 Minuten Zeit gegeben, Materialien für die Kostüme im warehouse zu besorgen. Das Thema für die Kostüme war der Buchstabe P, demnach durfte man sich als alles verkleiden, was im Englischen mit P anfängt. Nadjas grandiose Idee, als Picnic-Table zu gehen, entpuppte sich angesichts des ganzen Plastikgeschirrs, der Fleecedecke und des Korbs als ziemlich teuer und aufwendig, aber wiederverwertbar.

Ich musste mich angesichts der Tatsache, dass es kein Pons Dictionary gab (Seiten an die Klamotten kleben wäre ja schnell gegangen), schnell umentscheiden und kaufte statdessen ein weißes und schwarzes Shirt zum zerschnibbeln, sodass ich als Panda gehen konnte. Am Abend kam dann so einiges zutage – kreativ kreativ muss man da sagen 😉 Paula und Karo (Zimmergenossinen) gingen als Pussycat und Plasticbag, dann gab es noch Pampers, Pornostar, Puppet, Papa Schlumpf, Pilot, Prostitute und und und. Unser persönlicher Favorit (der am Ende auch den zu gewinnenden Preis gewann) waren allerdings die 5 Jungs, die mit allerlei Schwimmutensilien und einer großen blauen Plastikplane als Pool gingen – well played 😉

Am nächsten Morgen ging es (wie schon so oft) auch wieder zügig weiter. Um die Zeit im Bus ein wenig erträglicher zu machen, schlug Sam vor, „Box of Stories“ zu spielen, bei dem jeder anonym seine peinlichste Reisegeschichte zu Papier bringt und anschließend alle laut vorgelesen werden. Das sorgte dann doch für einige (verkaterte) Lacher im Bus – vor allem weil die meisten Geschichten sexueller Natur waren. Neben der Unterhaltung im Bus gibts aber auch allerhand außerhalb des Busses zu bestauenen. Wann diese Bilder genau entstanden sind weiß ich nicht mehr - irgendwann zwischendrin bei kleinen Lunchbreaks etc. Jedenfalls hatten wir ab und an mal ein bisschen Zeit ("We´re on a tight schedule, guys!") die Gegend zu erkunden oder einfach aus dem Bus heraus Bilder zu machen ;)

Funfact: Japaner ziehen sich immer so ulkig an, dass man sie schon von 2km Entfernung erkennen kann. 


Funfact Nr.2: Das neuseeländische Völkchen sieht es gar nicht ein, alte Bäume zu fällen, um einen Weg zu bauen - sie bauen dann einfach drum herum ;)

Next Stop – Franz Josef (ja, das ist wirklich der Name einer Stadt).

Auf Franz Josef hatten wir uns gefreut wie ein Schnitzel, denn in diesem kleinen Urlaubsörtchen, das direkt am Fuße eines riesigen Gletschers liegt, werden Helikopterflüge auf den Gletscher mit anschließender dreistündiger Wanderung durch das Eis angeboten. Das stellt man sich absolut einmalig vor! Dieser Helihike kann aber nur unter den besten Wetterbedingungen stattfinden, da die Piloten mit Sicht fliegen müssen. Trotzdem gibt man in diesem wolkenverhangen Örtchen die Hoffnung ja nicht auf... Zunächst hieß es aber erstmal: freier Nachmittag und nichts zu tun! Sam hatte uns im Bus von einer einstündigen Tunnelwanderung erzählt und in Ermangelung von spannenden Alternativen entschlossen Paula, Karo und wir uns dazu, das dann doch mal auszuprobieren. Anfangs etwas unspektakulär, aber dann waren wir doch ziemlich überrascht von dem stockdusteren Tunnel, der sich da auf einmal auftat. Handytaschenlampen angeworfen und ab dafür. Nadja und ich hatten Wanderschuhe an, Paula Flipflops und Karo normale Sneakers. Nadjas Wanderschuhe hielten auch in dem kristallklaren und bitterkalten Wasser, das den ganzen Boden bedeckte, absolut dicht, meine machten nach der Hälfte schlapp und Karo musste ihre Schuhe relativ schnell ausziehen. Wer hätte gedacht, dass Flip-Flops für eine solche Wanderung wirklich eine gute Wahl waren? 😃 Am Ende des Tunnels fanden wir dann sogar ein paar Glühwürmchen – das hat sich also definitiv gelohnt.

Am nächsten Morgen (dem Tag des Helihikes) jedoch die herbe Enttäuschung: die Wolken machen den Ausflug unmöglich und zu gefährlich. Nun denn, dann halt Planänderung. So haben wir dann mit Paula, Karo, Judith, Luisa und Leonie (deutsche Mädels-Crew – hehe 😉)  eine etwas längere Wanderung zum Fuße des Gletschers unternommen. Der Shuttlebus brachte uns bis zum Parkplatz und vor da an waren wir circa 3 Stunden unterwegs. Auf dem Weg haben wir auch am eigenen Leib zu spüren bekommen, warum man einige Wälder Regenwälder nennt – wir waren jedenfalls ziemlich nass, aber das tat dem Spaß keinen Abbruch 😉 Nach dieser Wanderung sind Karo und ich noch ein Stückchen weiter durch den Wald gestapft und haben noch einige schöne Stellen entdeckt. Also auch ohne Helihike ein ziemlich gelungener Aufenthalt in Franz Josef 😉

Next Stop Wanaka. Für Nadja ziemlich ereignislos, da sie den Abend mit Bewerbungen schreiben verbringen musste. Aber wenigstens hatten wir diesmal eine richtig gute Zimmerzusammensetzung mit unseren deutschen Mädels erwischt – da haben wir auch schon ganz andere Erfahrungen gemacht -.- Das einzige, was ich an diesem Abend dann noch unternommen habe, war ein Spaziergang zum berühmten Wanaka Tree, der normalerweise mitten im See steht, in Ermangelung an Wasser jedoch diesmal fast am Ufer stand. Naja.

Am nächsten Morgen gab es auf dem Weg nach Queenstown einen Zwischenstopp bei Puzzling World, einer Art Museum, die mit optischen Täuschungen arbeitet. Da haben wir echt super viel Erstaunliches gesehen, sind zu Riesen oder Zwergen mutiert und haben uns anschließend im Irrgarten verlaufen. Für den Irrgarten braucht man laut Angaben zwischen 30 und 60 Minuten – da liegen wir mit unseren 35 Minuten ja gar nicht mal so schlecht 😉

Auch hier haben wir wieder einen Muffin gegessen – denn NEUSEELÄNDISCHE MUFFINS SIND DER OBERHAMMER!!! So, das musste auch mal gesagt werden. Und weiter ging es nach Queenstown, unserer absoluten Lieblingsstadt!

Queenstown ist nicht gerade groß, aber dafür umso belebter! Es ist ein kleines alternatives Handwerkerstädtchen mit vielen jungen Leuten, vielen Bars und jeder Menge Aktivitätsangeboten! Nadja und ich haben uns für den Shotover Canyon Swing entschieden, das ist eine Art Bungeejump, wobei man 60m frei fällt, bevor man in einen 200m-Swing übergeht – also im Prinzip eine Art Riesenschaukel, die man nur über einen mega Adrenalinkick erreicht, und das in einer riesigen Schlucht. Auf was wir uns da eingelassen hatten, merkten wir erst, als wir oben auf der Plattform standen. Das Schöne bei dieser Art von Sprung ist allerdings, dass man den Sicherheitsgurt um die Hüfte trägt, sodass die Beine frei sind. Aufgrund dessen gibt es über 70 verschiedene Arten zu springen – und so hatten wir die Qual der Wahl: wollen wir auf einem Stuhl sitzend da runter geschubst werden, per Rutsche in die Tiefe rutschen, á la Sparta-Manier mit dem Schlachtruf „This is Sparta“ und einem Bauchtritt hinunter befördert werden oder mit einem kleinen Dreirad über den Abgrund fahren? Die Auswahlmöglichkeiten waren schier unendlich. Dementsprechend war das wirklich eine schwere Entscheidung… Nadja hat da oben ein bisschen der Mut verlassen, sodass sie sich für den Cutaway entschied – sie wurde also sitzend über den Abgrund geschwenkt und das Seil wurde über ihr durchgeschnitten. Und dann ging es ab… Ich wollte auf den Abgrund zurennen und springen – so weit so gut. Nur ist das was anderes, wenn man dann am Abgrund steht 😃 Aber die Mitarbeiter sind halbe Psychologen und so habe ich es dann nach anfänglichem Zögern doch gemacht. Dieses Gefühl, wie ein Stein auf den Boden zu zurasen ist wirklich unbeschreiblich. Und dann schwingt man noch in aller Seelenruhe 200m durch die Schlucht, direkt über einem türkisfarbenen Fluss – wirklich Wahnsinn. Leider können wir hier keine Videos hochladen, aber sie existieren :D 

Ansonsten ging es in Queenstown eher ruhig zu. Es gab samstags einen wunderschönen Handwerkermarkt direkt am See, das Wetter war bombastisch und wir haben unseren Bummel durch die süßen lebhaften Straßen wirklich genossen. Und dann habe ich das Paradies entdeckt – ein Cookieladen! Da habe ich mir dann glatt einen Cookie-Milchshake machen lassen – für $8 kann man da echt nichts sagen! ❤

Dann gab es da noch den Tagesausflug nach Milford Sound, ebenfalls gebucht über Kiwi Experience. Die Strecke dorthin war ja schon unheimlich schön, aber der Fjord an sich war dann wirklich atemberaubend. Die Region wird auch als „Achtes Weltwunder“ bezeichnet oder auch als „Land der tausend Wasserfälle“. Allerdings sieht man diese Wasserfälle nur, wenn es regnet oder es vorher schon viel geregnet hat. Wir hatten jedoch strahlenden Sonnenschein (was für diese Region wirklich wirklich wirklich untypisch ist!), sodass es nur einen großen Wasserfall gab, den wir sehen und auch spüren konnten, als der Kapitän mittenrein gefahren ist. Wirklich ein super Erlebnis und mega beeindruckend ❤ Auf dem Weg zum Fjord haben wir dann angehalten und unsere Trinkflaschen im Fluss aufgefüllt - die entsprechende Quelle gehört zu den saubersten der Welt! Und wir haben entdeckt, dass man mit Panorama-Fotos viel Spaß haben und sich vervielfältigen kann - findet die Nadjas! laughing

Wieder zurück in Queenstown haben wir uns dann dazu entschlossen, den Kiwi Bus erstmal ohne uns weiterfahren zu lassen und lieber ein Auto zu mieten, um in unserem eigenen Tempo und ohne 98 andere Leute im Nacken den tiefen Süden des Landes zu erkunden. Fortan war also der kleine Suzuki Swift unser Fortbewegungsmittel und wir brachen nach 3 Nächten in Queenstown auf in Richtung Süden – next stop Te Anau.

Te Anau war ein sehr kleines Städtchen, das (wie fast alle Städte hier) an einem großen See liegt. Als wir ankamen hat es leider in Strömen geregnet, aber im Hostel hat jemand dafür gesorgt, dass alle 3 Herr-der-Ringe-Filme hintereinander auf dem großen Fernseher liefen. Außer kochen und fernsehen war also an dem Abend nichts mehr los 😉 Dafür machten wir uns am nächsten Morgen auf, um eine Teilstrecke des Kepler Tracks zu wandern. Normalerweise dauert diese Wanderung 3-4 Tage, aber das wäre uns dann doch etwas viel gewesen. So wanderten wir circa 5 Stunden (inklusive Rückweg) durch den schönsten Wald, den ich jemals gesehen habe, bevor wir wieder weiterreisten nach Invercargill.

Eine ziemlich hässliche Stadt mit einem noch hässlicheren Hostel. Das Zimmer war im Keller, nur mit kleinen Oberlichtern, die sich nicht öffnen ließen und verranzten Bädern. Im Bett hatten wir auf den „frischen“ Laken fremde Haare – pfui bäh.

Nach einer Nacht sind wir am nächsten Morgen früh abgehauen und weiter nach Dunedin gefahren. Auf dem Weg dahin kamen wir über die größten Schotterpisten durch die Catlins, einer wunderschönen Küstenregion, wo man auch Delfine und Pinguine sehen kann. So ein Glück hatten wir leider nicht; dafür saß aber nur 5m von uns entfernt eine riesige Robbe und hat sich von allen fotografieren lassen. Jedenfalls so lange, bis die fotogeilen Japaner ihr so auf die Pelle gerückt sind, dass sie abgehauen ist. Naja – wenigstens ein Tier hat sich blicken lassen 😉 Auf dem Weg nach Dunedin gab es außerdem noch die Purakaunui Wasserfälle, die wirklich sehr beeindruckend waren. Ganz im Gegensatz zu den neuseeländischen Niagara-Fällen, die so klein waren, dass man sie kaum sehen konnte. Da hatte der Namensgeber aber echt einen schrägen Humor.

Das Hostel in Dunedin war dann wieder mal eines der schöneren Hostels, aber auch hier hatten wir nicht wirklich viel Zeit (abends ankommen, morgens weiter). Übrigens ein Hostel ganz ohne Zimmerschlüssel – auch mal was Neues. Dann liegen Laptop und Handy zum Schlafen halt unterm Kopfkissen 😉 Von Dunedin aus hieß unser nächster Stop dann noch einmal Wanaka (in Ermangelung von spannenden Alternativen) und durch den Tipp einer Freundin haben wir uns am nächsten Morgen schon vor Sonnenaufgang aufgerafft und sind auf den Parkplatz des Mt Roy gefahren, von dem man die beste Aussicht überhaupt haben sollte. Laut Schild dauert der Weg auf die Spitze, den peak, inklusive Rückweg 7,5 Stunden. Also ordentlich Proviant und Getränke auf den Rücken geworfen und ab dafür. Bergauf. Und weiter bergauf. Und noch weiter bergauf. Und zur Abwechslung mal bergauf. Das war wirklich der anstrengendste Weg, den wir jemals zurück gelegt haben. Aber die Aussicht war es allemal wert – da waren wir uns dann einig 😊 Nach 7 Stunden (8 bis 15 Uhr in der prallen Sonne – es war kein einziges Wölkchen am Himmel) sind wir dann mehr als erschöpft wieder am Parkplatz gewesen. O-Ton Nadja beim 2,5-stündigen Abstieg: „Ohhhh, die Autos kommen immer näher!“ Und „Gleeeeeich sind wir da!“. Den anstehenden Muskelkater konnten wir übrigens schon beim Abstieg spüren – von den nächsten Tagen ganz zu schweigen.

Anschließend haben wir uns aufgemacht zum Lake Tekapo bzw. Mt Cook bzw. irgendein Städtchen in der Nähe. Da wir diesmal im Vorfeld nichts gebucht hatten, wollten wir einfach der Nase nach fahren und gucken, welche Übernachtungsmöglichkeiten uns auf dem Weg so erwarten. Nun ja, eigentlich hatten wir nach einem typischen Motel gesucht, sind allerdings in einem Hotel in Twizel gelandet. Teuer teuer – aber naja, nach 3 Monaten kann man sich das ja mal gönnen 😉 Nadja hatte dann noch die Idee, um am nächsten Tag mehr Zeit für Lake Tekapo zu haben, noch am selben Abend zum Mt Cook zu heizen, um den höchsten Berg Neuseelands im Sonnenuntergangslicht zu sehen. Gesagt – getan. Einige schöne Bilder haben wir ja dann doch noch bekommen.

Lake Tekapo überspringe ich mal lieber. Ein großer See bei schlechtem Wetter sieht nun mal ziemlich grau und trostlos aus. Den Sternenhimmel, für den Tekapo so berühmt ist, konnten wir logischerweise tagsüber nicht bewundern und die „Church of the good shepard“, die direkt am Seeufer stand, war eher ein kleines Kapellchen, was wieder einmal von einer Horde Japaner eingenommen wurde. Also ging es hier schnell weiter nach Christchurch.

Christchurch ist leider durch diverse Erdbeben der letzten Jahre stark zerstört worden, sodass die gesamte Innenstadt aus Baustellen besteht – nicht wirklich schön anzusehen und ein einziger Horror zu durchfahren – Sackgasse, Einbahnstraße, Umleitungen. (Bestes Beispiel dafür: Ich biege in eine Einbahnstraße ab, um einen Parkplatz zu suchen. Nadja sagt, ich müsse unbedingt schnell wieder raus aus der Straße, weil ich gegen die Einbahn reingefahren wäre. Kurze Diskussion und ein Blick auf die Schilder – und wir hatten beide Recht! Zwei Schilder die sich zu 100% wiedersprechen – na Prost Mahlzeit! 😉) Dafür war unser Hostel der absolute Oberhammer – Haka Lodge – unbedingt zu empfehlen!

Abends haben wir dann nochmal Hanna und Melanie aus Farm Nummer 1 für ein Bierchen getroffen und uns darüber ausgetauscht, was wir seit dem Hochzeitsdebakel alles so erlebt haben.

Dann flott ins Bett, am nächsten Morgen an den Flughafen, Mietwagen abgeben und dafür ein neues kostenloses Auto als Relocation-car bekommen – yippie! ❤  Für alle die es nicht kennen: einige Autovermietungen suchen nach Leuten, die ihre Autos von weniger beliebten Drop-off-Locations (Christchurch) zu beliebten Pick-up-Locations (Auckland) zurückfahren. Dabei übernimmt die Vermietung die Kosten für einen Tank, die Fährenüberfahrt und einen Teil der Versicherung. Für uns also eine ziemlich günstige (und vor allem bequeme) Art und Weise, bis nach Auckland zu kommen. Nach einem kurzen anfänglichen Schock, wie viel dieses Uralt-Auto denn schluckt, ist uns klar geworden, dass nur die Tanknadel kaputt war – na Gott sei Dank 😉

Noch ein kleiner Funfact - das hier kommt dabei raus, wenn Nadja auf englisch telefoniert und Siri sich selbst anschaltet: (muss man das verstehen? Ich glaube nicht :D)

Das nächste kommt im Schnelldurchlauf. Riesiger Umweg durch das Nevada der Südinsel, da ein Teilabschnitt der direkten Verbindung gesperrt war – bedeutet im neuseeländischen Straßennetz aus 200km werden 600km -.- Das Hostel in Picton war richtig gruselig, dafür hatten wir ein schönes Frühstück in einer wunderbaren Bucht.

Fährenüberfahrt sehr ereignislos, im Dunkeln noch hochgefahren bis zum Lake Taupo. Hostel war ganz süß, der See allerdings wetterbedingt wieder eine ziemlich graue Suppe. Auf dem Weg aus der Stadt raus sind wir spontan der Beschilderung zu den Huka Falls gefolgt - und waren wirklich froh drum! Das wäre echt schade gewesen, wenn wir das verpasst hätten...

Danach flott weiter nach Auckland, wo wir das TransferCar am Flughafen wieder abgegeben haben. Kurz durch die Innenstadt (falls man das so nennen kann?!) getingelt, nass bis auf die Unterbuxe geworden und zurück in unser mehr als schäbiges Kellerzimmer mit 18 anderen geflüchtet. Nachdem wir dort zwei stickige und schwüle Nächte erlebt hatten, machte sich Nadja früh morgens auf, um ihren Matze vom Flughafen abzuholen. Zur selben Zeit erreichte Hubi das Hostel (ein gemeinsamer Freund aus Freiberg), der nun auch schon seit 5 Wochen durch neuseeländische Lande zieht. Gegen Mittag trafen wir dann alle zusammen und konnten wenig später unser „privates Familienzimmer“ mit vier Betten beziehen – verglichen mit den Löchern, in denen wir vorher schon gehaust hatten, war das echt purer Luxus! Matze genoss nach seiner 3-tägigen Reise (wirklich schlecht getimete Flüge plus Verspätung) erstmal eine heiße Dusche und anschließend setzten wir uns alle zusammen, denn es sollte für uns fortan heißen – 6 Tage Camperleben!

Wir hatten uns nämlich zu viert vorab einen Camper bei jucy gemietet. Nachdem wir das knatschgrüne Gefährt vom Flughafen in Auckland abgeholt hatten, haben wir uns erstmal aufgemacht in Richtung Nordzipfel des Landes. Unsere Nächte haben wir immer direkt am Meer, an einem See oder Fluss verbracht, kochen kann man in diesem kleinen Gefährt auch und um die kleine tragbare Chemietoilette sind wir tatsächlich noch rumgekommen. Das Camperleben ist echt lustig, teilweise auch chaotisch aber immer sehr spontan und flexibel, da wir einfach da hinfahren können, wo wir Lust drauf haben und uns auch keine Gedanken um einen Schlafplatz machen müssen. So sind wir schon abenteuerlich durch eine Glowworm-Cave gekrakselt und auch geklettert (dass wir uns dabei durch den nassen Lehmboden tierisch versaut haben war erstmal Nebensache), sind an die nördlichste Stelle des Landes gefahren und sind in gigantischen Sanddünen auf „Sand boards“ gesurft – Spaß ist da vorprogrammiert! 😊

Ein kleines Paradies

Sonntag, 12.03.2017

Hallo zusammen!

Zuerst einmal müssen wir uns bei euch entschuldigen, dass der nächste Eintrag so auf sich hat warten lassen. Doch unsere Tage sind so vollgepackt mit wunderbaren Dingen, dass die Zeit unfassbar schnell vergeht. Denn besser hätten wir es wohl kaum treffen können. Wir sind ja seit dem 22.2. im Streichelzoo und uns geht es hier super. Unsere Gastfamilie bestehend aus Mutter Dyan, Vater Cliff, Sohn Jason und Jason´s Freundin Renee sind wirklich super nett und absolut warmherzig. Dyan ist uns gegenüber sehr mütterlich und um unser Wohlergehen besorgt. Sie hat ein unglaublich großes Herz und wir wissen gar nicht so recht, wie wir ihr das alles danken können. Cliff ist neben seinem Dasein als Farmer auch Jäger und Hufschmied. Er weiß unglaublich viel über seine Tiere und lässt einen gern an seinem Wissen teil haben. Er erklärt nicht nur, wie man ein Pferd beschlägt, sondern z.B. auch, warum Enten krank aussehen, wenn sie Eier legen. Durch die Jagd hat die ganze Familie eine sehr gesunde Einstellung zum Thema Fleisch und auch wenn es im ersten Moment wirklich eklig war zu sehen wie ein Schwein ausgenommen wird - als nicht Vegetarier sollte man so etwas gesehen haben. Jason arbeitet größtenteils nachts in der Ernte und ist deshalb tagsüber nicht so oft anzutreffen, aber auch er hat das Herz am rechten Fleck, arbeitet, lacht und lebt. Er und Renee sind sowas wie "Arsch auf Eimer", die beiden haben sich vor 2 Jahren kennengelernt und seitdem lebt und arbeitet Renee auch hier. Sie kommt aus Südafrika und spricht bilingual Afrikanisch und Englisch. Sie wartet auf ihre Zulassung zum Veterinär-Studium hier in Neuseeland. Was mit einer Menge Hürden verbunden ist, denn ihr südafrikanischer Pass legt ihr überall auf der Welt Steine in den Weg. Das möchte man gar nicht glauben. Da steht ein Mädchen vor dir, die aus dem selben Holz geschnitzt ist wie du und die deine beste Freundin sein könnte - und dann muss sie so um ihre Zukunft bangen weil sie einen anderen Pass hat. Nur ein anderes Stück Papier. Das ist alles. Nun spart sie all ihr Geld für ihr Studium und muss noch 2 Jahre darauf warten...

Dass die Zeit hier so schnell umgeht liegt vor allem daran, dass man wirklich ein Teil der Familie ist. Alle reden mit uns, wir werden nicht ignoriert und man ist interessiert an uns, unseren Erfahrungen und unserem Leben. Bei allen Aktivitäten werden wir gefragt, ob wir mitfahren möchten, so waren wir letztes Wochenende mit Dyan und Cliff im Filter Room, einer Cider-Brauerei mit Restaurant und wunderschönem Innenhof zum Lunch. So haben wir uns zu viert eine riesige Platte Fingerfood geteilt und uns durch die Cider probiert.

Danach waren wir noch kurz im Warehouse (Baumarkt) und anschließend gab es noch ein Eis am Strand von Napier. Und wir wurden eingeladen, das heißt wir mussten nicht mal bezahlen...

Abends waren wir dann noch mit Renee bei Freunden und haben gemütlich in deren Garage weiter Cider getrunken. Auch die Freunde haben eine offene Willkommenskultur und wir haben uns sehr wohl gefühlt. Am Tag darauf sind wir dann mit Renee (& Jason) und ihrer Stute Annie auf ein Auswärtstraining gefahren. Dieses Wochenende waren wir dann auf der "Horse of the Year" – Show, DEM Pferdeevent in Neuseeland. Sogar dem größten Event der südlichen Hemisphäre mit Turnieren und Messeständen. Wir können unser Glück wirklich einfach nicht fassen. Warum konnten wir diese wunderbaren Menschen und diesen wundervollen Ort (300m zum Strand) nicht schon früher kennen lernen?

Auf Stella und Reily in 300 m zum heimischen Strand <3

Reiten können wir quasi täglich. Der Zoo hier bietet Treks an, auch für komplett unerfahrene Reiter. Dafür haben sie 100%ig liebe Pferde, keines tritt oder beißt. Die älteren und routinierteren Pferde werden von den Kunden genutzt, den Nachwuchs dürfen wir trainieren. Der Nachwuchs ist auch mit 4 Jahren schon abgeklärt gegenüber Autos, Kindern und anderen Monstern. Sie sind zwar dressurmäßig gar nicht ausgebildet (kein Rückwärtsrichten, keine Schenkelweichen oder Schulterherein), dafür aber zu fast 100% scheu-sicher. Alle haben ein ruhiges Gemüt und sind easy zu handeln. Mein persönlicher Liebling ist die 5jährige Stella (der Schecke im oberen Bild). Im Gelände noch etwas flott und guckig, direkt entgegenkommende Autos findet sie noch etwas gruselig sowie große LKW´s, aber im Umgang ein Goldschatz. Wie gerne würde ich diese Stute weiterhin beschäftigen. Sie ist zwar nicht die hellste und braucht für alles etwas länger (wie ich auch :D ) aber sie geht mutig voran und hat ein Kämpferherz. Ich hab mich echt verliebt... Und dann haben wir uns noch in die 3,5-jährige Saturn verguckt. Die kleine dunkle Stute lernt unheimlich schnell und will ihrem Reiter immer gefallen. Innerhalb von 2 Wochen haben wir ihr Anhalten auf den Punkt, 2 Schritte Rückwärtsrichten und eine gewisse Anlehnung in Schritt,Trab und Galopp beigebracht. Als wir sie das erste Mal geritten haben, war der Reiter nur Beifahrer und die Kleine ist wie ein Kamelchen durch die Ecken gedüst. Jetzt hört sie sehr brav auf den Reiter und wird immer lockerer. Da sie zum Verkauf steht, haben wir uns mal kurz informiert was es denn so kosten würde, ein Pferd von Neuseeland nach Deutschland zu verschicken. Mit 5000 EUR aufwärts ist man dabei… Nur wir leider nicht.

Unsere Gastmutter hat uns schon 3 mal mit ins Gelände genommen. Als wäre das schon nicht das Größte, sollten wir an einem Dienstagnachmittag Wasserflaschen einpacken und Halfter über die Trensen der Pferde ziehen. Und schwups standen diese im Trailer, ein Bierchen zur Hand und schon ging die Fahrt los zum Strand. Ocean Beach, Sandstrand. Totaler Wahnsinn. Lässt sich gar nicht in Worte fassen!

Unsere Gastmutter Dyan <3 Dyan

Unsere Arbeit besteht darin, dass wir morgens die Streichelzoo-Tiere aus ihren Nachtquartieren in die "Streichelquartiere" bringen, dann einige Ställe misten, die Mülleimer leeren und dann Futter machen. Dabei sortieren wir eine große Palette Brot und Gemüse, die der Zoo von den Supermärkten der Umgebung bekommt. Das heißt alles, was heute im Supermarkt nicht verkauft wird und morgen aufgrund des Ablaufdatums nicht mehr verkauft werden darf, bekommen wir morgen als Futter für die Tiere. Danach waschen wir Satteldecken, putzen das Haus, ein Auto oder helfen mit den Kunden im Zoo beim Ponyreiten. Mein aktuelles Projekt ist das abschleifen und wieder-anstreichen eines kleinen roten Zuges, dessen Gestell auf einen Rasenmäher gebaut wurde, und der Kinder mit ihren Eltern zusammen durch den Zoo fährt. Abends um Punkt 7 gibt es reichhaltiges Abendbrot, das Dyan kocht. Wir räumen zwar danach die Küche auf, aber es helfen immer alle mit und da hier alle fähig sind, ihre Sachen selbst in die Spülmaschine zu räumen, ist das Küche aufräumen immer schnell und schmerzlos. Und an den Wochenenden hat die ganze Familie frei, da der Zoo dann von Schülerinnen der Umgebung gemacht wird.

Buck Huhn :D Daria und die Lamas Rosies Fohlen Rosies Fohlen Daria und Charly Die Ziegen Snowey und Whitey Katze Sandy

Meinem Heuschnupfen geht es hier übrigens echt super. Das Meer ist nur 300 m entfernt und man kann es vom Haus aus hören. Wenn man zum nächsten Supermarkt will, läuft man einfach kurz zum Meer, ums Eck und schon hat man den Supermarkt mit Meerblick. Wahnsinn :D

Umso schwerer ist es für uns, dass unsere Zeit von 3 Wochen bei diesen wundervollen Menschen bereits in 2 Tagen vorbei sein wird. Wir wären gerne noch länger geblieben, aber schließlich wollen wir in unseren 3,5 Monaten hier auch noch etwas vom Rest des Landes sehen ;) Daher gehts schon am Freitag auf unsere 17-tägige Reise mit dem Kiwi Experience Bus - wir sind gespannt!

Bis dahin macht es gut :)

Ortswechsel.

Donnerstag, 23.02.2017

Hallo zusammen!

Also. Zuletzt hatten wir ja von der Hochzeit erzählt. Seitdem ist viel passiert. Aber am besten der Reihe nach.

Nach der Hochzeit hatten wir 2 Tage frei (nachdem wir alles aufgeräumt hatten). An einem dieser Tage haben wir einfach nur geschlafen und am anderen Tag sind wir (mangels Auto) auf Drahteseln in die nächste Stadt geritten. Die 16 km Hin- und auch wieder Rückweg hatten es echt in sich. Durch die Berge brauchten wir 2 Stunden bis in die Stadt und ganze 3 Stunden um zurück auf die Farm zu kommen. In der Stadt selbst haben wir uns ein paar schnelle Nachos gegönnt und unseren Gummibärchenvorrat aufgestockt (überlebenswichtig).

Als wir dann an Tag Nr. 3 unserer Gastmutter verkündet haben, dass wir die Farm verlassen wollen, kippte die Stimmung. In einer "discussion", um die uns Melissa gebeten hatte, wurden wir als unhöflich betitelt und uns wurde ein schlechtes Gewissen eingeredet. Dabei gab man uns das Gefühl, unmöglich zu handeln. Was wir nicht wussten: Die Gastmutter hatte einen Trip nach Auckland geplant (3 Übernachtungen), Burton als nicht Pferdemensch ist nicht in der Lage, diese zu füttern und ein wachsames Auge auf selbige zu haben (er kann sie nicht mal voneinander unterscheiden) und die Prinzessin muss ihre 4 Pferde ja nicht selbst versorgen. Man möchte, dass sie die Farm verlassen kann, wann immer ihr danach ist. Also kam es für Melissa gar nicht in Frage, dass wir am 14. abreisen. Also mussten wir bis zum 21. bleiben. Eine andere Stelle, ebenfalls mit Pferden, die am 14. starten sollte, konnten wir deshalb nicht annehmen und sie wurde an jemand anderen vergeben. In dieser "discussion" kamen noch mehr Sachen zutage. So meinte Melissa auf einmal, man könnte ja ein Pferd von der Nachbarfarm ausleihen, da die eigenen ja größtenteils verletzt sind. Dass sie das auch nicht wahr gemacht hat und das wieder nur so eine Hinhaltungssache war, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Sie überredete mich (Nadja), mit meinem Heuschnupfen zum Arzt zu gehen und so fuhren wir ein paar Tage später gemeinsam zu einem Arzt in der Stadt. Wir mussten mit dem grünen komischen Auto zum Arzt fahren, das ab un zu aus geht. DENN: wie uns 5 Minuten vor Abfahrt mitgeteilt wurde, würde Melissa mit dem Horse Truck das Pferd einer Freundin mitnehmen und wir mussten daher selbst fahren. Auf dem Weg in die Stadt ist das Auto glücklicherweise nicht ausgegangen. Aber auf dem Rückweg. Und ich sage noch im Spaß zu Daria: "mach das Fenster besser nicht auf, das hat  bestimmt einen Effekt auf den Motor". Und zack. Auto aus. Ausrollen lassen auf einem Stück Wiese und 5 Min warten, bis das Auto wieder starten konnte.

Vom Rest unseres Aufenthaltes gibt es nicht mehr viel zu berichten. Wir arbeiteten jeden Tag wieder mehr als 5 Stunden, buckelten das Holz für den nächsten Winter und an einem Tag, an dem es Hunde und Katzen geregnet hat, wurde uns tatsächlich angeboten, wir könnten ja reiten...

Am 21.2. Ortszeit morgens um 9:45 (nachdem wir beim Füttern feststellen mussten, dass die arme Stute Saffy schon wieder stockelahm ist) fuhr uns Burton nach Martinborough. Dort stiegen wir in einen Bus und fuhren zum nächsten Bahnhof nach Featherstone. Von dort aus weiter mit dem Zug zurück nach Wellington. In Gedanken völlig frei und total übermütig vor Freude mussten wir in Wellington feststellen, dass wir das Dwellington (Hostel) für die falsche Nacht gebucht hatten. Der liebe Herbergsvater Noah erkannte uns dennoch wieder und rief sogar für uns im Nomad an, dem letzten Hostel in Wellington, das für diese Nacht noch Betten frei hatte. Dennoch hat er eine Absage bekommen, sie seien voll. Im Internet jedoch waren noch 3 Betten als verfügbar eingetragen und so hat Daria dort einfach noch einmal angerufen. Und siehe da. Eine Frauenstimme am Apparat kann wohl über 3 "freie" Betten entscheiden. So verließen wir das Dwellington und fuhren mit dem Bus zum Nomad. Als wir also 45 Min später einchecken wollten, waren auf unsere Namen keine Betten vorgesehen und man unterstellte uns, ein Nomad-Hostel in einer anderen Stadt angerufen zu haben. Nach einigem Hin und Her fand man unsere Namen - völlig falsch geschrieben. Mit den beiden Schlüsselkarten zu Zimmer 210 wurden wir in den Fahrstuhl gestellt. Da man ja nicht von einer Verwechslung ausgeht ging ich zielstrebig mit meiner Karte in Zimmer 210 und fand einen splitterfaser nackten Mann vor, der zutiefst erschrocken war. 2 Peinliche Blicke, ein Blick von mir auf nur ein Doppelbett in diesem Raum und es war klar, hier stimmte was nicht. Neuer Versuch an der überforderten Rezeption - und Zimmer 201 entpuppte sich als das Richtige. Nachdem wir also endlich unser Gepäck loswurden, sind wir noch mal in die Innenstadt gegangen um ein paar Dinge zu erledigen. Zwischen 17:30 und 18:30 konnte man als Nomad-Gast in der benachbarten Bar ein kostenloses Dinner erstehen. Was man bei einem Preis von 60(!!) Dollar pro Nacht (das Doppelte vom Dwellington) auch irgendwie erwarten mag. Die halbe Portion Lasagne war allerdings nur was für den hohlen Zahn. Nach diesem ganzen Hickhack freuten wir uns um so mehr auf unseren im Vorhinein gebuchten Kinobesuch. Wir also in den Bus zum Kino - und ich sage noch zu Daria "bei unserem Glück heute ist bestimmt die Popcorn-Maschine kaputt"... Ihr dürft raten. Nein, kaputt war sie  nicht, es gab einfach keine. Ein Kino ohne Popcorn. Wir waren mehr als sprachlos. Dafür serviert das angegliederte Cafe alles andere, nur eben kein Popcorn. Wir saßen also mit unserem Stück Kuchen auf Porzellan-Tellern zwischen klirrenden Sekt- und Weingläsern nebst vollständigem Dinner-Menü. Und wir wollten doch Popcorn!!!

Der Film "La-La-Land" war ein Musical-Film mit Ryan Gosling, der an sich ja ganz süß war, aber Daria hat sich den Bauch gehalten vor Lachen, als der Kitsch so schlimm wurde, dass das FIlmpaar tanzend auf den Wolken vor einem Sternenhimmel schwebte... Die Rückfahrt mit dem Bus zum Hostel funktionierte dann fehlerfrei. Liebe Leute, hier noch ein Rat: Schlaft im Stockbett im Hostel nur unten, wenn ihr die Person kennt, die über euch schläft (vorrausgesetzt ihr habt noch die Wahl). Astrid aus Belgien wachte morgens auf und fand einen nassen Fleck auf ihrer Matratze. Der das Abbild eines neu entstandenen Fleckes auf der Matratze über ihr war. Der Typ, der da über ihr geschlafen hatte, war vermutlich so besoffen, dass er ins Bett gemacht hat. Und gestöhnt im Schlaf hat er auch noch. Sein Handywecker im Snooze-Modus machte diese Bekanntschaft perfekt.

Im Preis inbegriffen war ein Pancake-Frühstück am nächsten Morgen. Bei dem man sich in der viel zu kleinen Küche des Hostels eine Pfanne erkämpfen musste und sich dabei gegenseitig über den Haufen rannte. Dann haben wir unsere Sachen gepackt und sind zum Bus gegangen. Der gebuchte Reisebus war an sich sehr komfortabel, allerdings rappelte etwas dermaßen laut, dass man es durch die Kopfhörer hören konnte. Er war weiterhin dermaßen stark gefedert, dass man bei diesem Wellengang aufpassen musste, sich die Pancakes nicht noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen. Und ja, richtig. Das Grüne da auf dem 2. Bild ist ein Rasenmäher mitten auf einer großen Kreuzung in Palmerston Nord.

Nach 5 Stunden Fahrt kamen wir in Hastings an. Strahlender Sonnenschein und 25°C. Unsere neue Gastmutter Dyan hat uns mit ihrer Tochter in Hastings abgeholt und wir sind mit offenen Fenstern in dem viel zu kleinen roten Auto zum Zoo gefahren. Genau. Zoo. Wir sind jetzt in einem Streichel-Zoo und vereinbart sind 5 Tage die Woche arbeiten von 9-15 Uhr (abzüglich Frühstücks- und Mittagspause, insgesamt 45 min) und wir haben die Wochenenden frei. Am ersten Abend haben wir gleich die ganze Familie kennen gelernt und wir haben erstmal einen guten Eindruck von ihnen. Später saßen wir alle zusammen draußen im Jakuzzi. Heute, an unserem ersten Arbeitstag, haben wir Ziegen und Schafe gescheucht, Ställe gemistet, Futter sortiert und: wir durften reiten! Unsere Gastmutter hat uns auf zwei sehr liebe Pferde gesetzt und wir sind eine gute Stunde durch die Gegend gewetzt. Pferde trainieren. Wir fühlen uns allerdings auch trainiert. Aber es war toll !!! <3

Gerade wurde draußen eine neue Karaoke-Maschine angeschlossen. Wir ahnen böses :D

Bis bald ihr Lieben :*

Die Hochzeit

Freitag, 10.02.2017

Hallo zusammen :)

hier das längst überfällige Update unseres Farm-Aufenthaltes laughing

Unser letzter Eintrag handelte ja von unserem kleinen Crash, den wir unbeschadet überstanden haben. Das Auto ist immer noch in der Reparatur, aber wir haben einen kleinen grünen Nissan (Micra) als Ersatzwagen bekommen. Dieses kleine grüne Auto hat sich allerdings keiner großen Beliebtheit erfreut - der geht nämlich manchmal einfach während der Fahrt aus. Was sehr gefährlich werden kann, wenn man bedenkt, dass ohne Motor auch keine Servolenkung und kein Bremskraftverstärker funktionieren, und im schlimmsten Fall die Lenkradsperre einrastet. Daher wird der kleine Grüne nur für die Schotterpiste vor der Haustür benutzt, nicht mal, um bis in den nächsten Ort zu fahren. Also sind wir immer noch ziemlich manövrier-unfähig... 

Und nun die Hochzeit. 

Glücklicherweise kamen ja Freunde und Familie des Brautpaares in den Tagen vor der Hochzeit auf die Farm, um bei den Vorbereitungen zu helfen. Da haben wir uns zuerst mal sehr gefreut - bis wir dann feststellen mussten, dass diese eigentlich nur geredet, Tee getrunken und dekoriert haben. Die fiesen Arbeiten sind wie immer ganz allein an uns hängen geblieben. Dekorieren durften wir nicht. Also unter "wedding preparation"  - wie ursprünglich beschrieben - hatten wir uns doch etwas anderes vorgestellt anstatt das ganze Haus von außen zu schrubben und von Spinnen zu befreien...

Glücklicherweise kamen zwei weitere Wwoofer auf die Farm, Hannah und Melanie aus Österreich, sodass geteiltes Leid nur halbes Leid war. Mit den Mädels wurde die Arbeit schnell lustiger und unsere Ausquartierung in den hinteren (!!!) Teil des Horse Trucks mit samt unseren sieben Sachen war damit auch erträglicher und vielleicht sogar ganz amüsant (nachdem wir auch diesen gschrubbt hatten...)

In den letzten Tagen vor der Hochzeit wurden wir allerdings gescheucht wie die Hühner. Nachdem Melissa einen kleinen Zusammenbruch hatte - Streit mit der Bräutigam-Mutter - wurde ihre beste Freundin Jane auf uns angesetzt. Diese Frau ist unbeschreiblich. Also mir fehlen da wirklich die Worte. Ich versuche es mal mit unangenehm, Diktator, fies, gemein, egoistisch, Kommandant. Selbst hat sie nie irgendetwas angepackt oder geholfen, aber uns arbeiten lassen bis zum Umfallen, das konnte sie gut. Am Besten gleich nach dem Tiere füttern ohne Frühstück losackern... Da wir unser Frühstück eingefordert haben, hat sie uns dann während des Essens mit Aufgaben zugedonnert und bestimmt, wer was macht. Ungeachtet unserer Fähigkeiten oder Vorlieben. Nachdem wir das erledigt hatten, mussten wir für 15 Leute Mittag machen und wieder aufräumen, weiter arbeiten, dann hat ihr Mann uns um Hilfe geben beim Abendbrot machen für ebenso viele Menschen und aufräumen mussten wir das dann auch alles wieder. Pause hatten WIR keine, wohingegen andere gemütlich einen Kaffee nach dem anderen getrunken haben. Jane haben wir dafür mit Missbilligung bestraft (schlimm für eine Frau die im nur im Mittelpunkt stehen will). Mit Melissa reden durften wir nicht mehr. Als es uns dann schnell zu bunt wurde haben wir eingefordert was ging - und drei Kreuzchen gemacht, als diese Person uns mit Ende der Hochzeit nichts mehr zu sagen hatte. Hier zwei kleine Schnapschüsse von den schöneren Hochzeitsvorbereitungen: Zum einen der Bräutigam im Baum beim Lichterkettenaufhängen und dann ein nicht zugelassener Anhänger (wen kümmerts ;) ) mit allem möglichen beladen.

Am Abend vor der Hochzeit waren alle ausgeflogen und uns wurden $100 in die Hand gedrückt, um zum Lake Ferry zu fahren und dort im Restaurant Fish and Chips zu essen. Melissa wollte uns das grüne kleine Auto in die Hand drücken, aber Burton war sehr besorgt um uns und meinte, das sei zu gefährlich mit dem Auto. Da uns kein anderes Auto gegeben werden konnte - Jane hatte uns ihres versprochen, was natürlich dann doch nicht wahr gemacht wurde - durften wir Alex´s Auto nehmen, auf das wir gar nicht versichert waren. Aber er meinte, wir würden so hart arbeiten für seine Hochzeit, da sei es das Mindeste, uns diesen freien Abend zu ermöglichen. Den Sonnenuntergang haben wir aufgrund der Auto-Verzögerungen dann trotzdem verpasst :(

An der Hochzeit selbst hatten wir übrigens keine Gelegenheit Bilder zu machen - aber abends ab um 11 durften wir nach 15 Stunden Arbeit dann endlich "mitfeiern". Um 2 ging die Musik aus und wir sind totmüde in unseren Horse Truck gefallen. Die Hochzeit an sich war sehr schön - aber eine ländliche Hochzeit auf dem eigenen Hof für 150 Leute auszurichten, das ist wirklich eine Mammut-Aufgabe. Das erste folgende Bild zeigt übrigens das Frühstück am nächsten Tag.

Der Sonntag war etwas entspannter und sehr heiß, so sind Melanie und Hannah mit anderen in die Chasm gefahren und wir sind im River baden gegangen. Danach hieß es noch 2 Tage lang aufräumen und nun haben wir scheinbar größtenteils endlich, endlich, endlich frei. Wenngleich wir trotzdem jeden Tag die Küche aufräumen, denn das tut hier sonst niemand. Und wenn wir abends aufgeräumt haben, sieht es morgens immer wieder so aus:

Es tut uns sehr leid, dass wir nicht so viel über die Hochzeit berichten können, aber wir haben einfach die ganze Zeit durchgearbeitet. Gesammelt können wir sagen: Alex hat geweint, als seine Francesca in ihrem Kleid unter den Kirschbaum gelaufen ist, die Reden der Trauzeugen und Familien waren sehr lustig, es ist ein ganzer Eimer Gläser zu Bruch gegangen, einen Hochzeitstanz in dem Sinne gibt es nicht, Brautstraußwerfen auch nicht, die Maori-Catering-Firma war sehr cool und vielleicht etwas zu entspannt (die wären untergegangen ohne uns) ja und das wars im Prinzip. Der einzige, der wirklich dankbar war uns gegenüber, war der Bräutigam - der sich immer wieder und überschwänglich bei uns bedankt hat. Von der Braut haben wir bis heute kein winziges "Danke" gehört. 

Absolutes Highlight hier sind immernoch die Katzen Jasper, Roo, Twix und Snickers. Jasper schläft eigentlich jede Nacht auf uns im Bett, Roo krabbelt gerne mal mit unter die Bettdecke und Snickers liegt grade hier, wie ich das schreibe, neben mir auf Darias Schoß und träumt.

Ab un zu dürfen wir ja auch reiten - hier ein paar Bilder. Der Braune ist Case (ein Beißer) und der dunklere Arlo. Der eigentlich nicht beißt, mich aber schon an der Lippe erwischt hat. Die Lippe passte also zur Hochzeit perfekt zu meinem blauen Kleid. o.O Generell muss man hier also vorsichtig sein mit den Pferden. Wir wissen nicht, ob der Arlo-Kuss vielleicht nur aus Versehen war weil er spielen wollte - so oder so muss man hier jedoch immer ein sehr wachsames Auge haben.

Wo wir schon bei Verletzungen sind ;) hier seht ihr noch Darias Füße. Die wir mit Mullbinden umwickelt haben, damit sie nicht so sehr daran rumkratzt - denn die Sandflies (Kriebelmücken) sind hier auf der Farm und generell in Neuseeland wirklich schlimm. Ohne Insect-away-Spray geht hier gar nichts, und selbst mit Spray und langen Hosen krabbeln diese Viecher wirklich überall hin. Manche Neuseeländer sind wohl schon immun - wir sind davon noch weit entfernt...

Das war´s erst einmal von uns - wir melden uns wie immer wieder, wenn es etwas neues gibt ;)

Grüße und Küsse aus dem kalten (!!!) Neuseeland (nachts 6 Grad sind nicht wirklich sommerlich - der schlimmste Sommer seit 50 Jahren sagen hier alle) und bis bald :*

Kleiner Unfall

Sonntag, 22.01.2017

Hallo zusammen, 

zuerst einmal: UNS GEHT ES GUT!!! Keine Verletzten, nur ein Sachschaden.

Heute morgen haben wir Isa zum Bahnhof gebracht, da sie heute die Ranch verlassen hat und weiter gereist ist nach Wellington. Auf der Rückfahrt dann ist es passiert: wir sind mit dem schwarzen Honda Civic unserer Wwoofing-Familie in einen weißen VW Touareg geknallt. Wir waren auf einer Vorfahrtsstraße unterwegs (innerorts, mit 50 km/h (Da Neuseeland englisch und nicht amerikanisch geprägt ist, gibt es hier ganz normal die Einheit Kilometer, nicht Meilen) und fuhren über eine Kreuzung. Der weiße SUV kam von links, hielt aber an seinem Stopschild ganz normal an. Vorerst. Da der Herr jedoch in Eile war - seine Frau fuhr vor ihm auf einem Fahrrad bei einem Rennen mit, das er im Auto begleitete - guckte er nicht ausreichend beim Überqueren der Kreuzung, übersah uns und fuhr mir (Nadja) damit direkt vors Auto. Ich habe zwar mit einer Vollbremsung (inklusive ABS) richtig reagiert und nicht das Lenkrad verrissen, aber es reichte einfach nicht, und so knallten wir dem SUV in die Seite.

Das deutsche Qualitätsauto hat kaum einen Schaden davon getragen, im Gegensatz zu unserem Japaner. Der ist fahruntauglich, hat Kühlflüssigkeit verloren, das linke Rad kann nicht mehr frei drehen und das Motorengeräusch hört sich auch nicht mehr gesund an.

Unsere liebe Gastfamilie hat uns zum Glück nicht den Kopf abgerissen - wir waren zwar nicht schuld, aber man kann ja nie wissen - und kam uns abholen, hat sich um die Korrespondenz mit Versicherung und Co. sowie das Abschleppen des Wagens gekümmert. Mich als Fahrerin trifft zwar wirklich keine Schuld - aber das schlechte Gefühl bleibt. Schließlich haben wir eins ihrer Autos demoliert. Die Familie hat zwar noch 3 weitere - aber trotzdem hoffen alle auf einen Ersatzwagen. 

Vor diesem Aspekt - ihrem wirklich super tollen Verhalten  - sowie der Tatsache, dass wir bei dem aktuellen Mistwetter (kalt, nass, windig) heute nicht draußen arbeiten mussten, sondern bei der Herstellung von 300 Frikadellen für die Hochzeit helfen konnten, muss man unsere allgemeine Situation vielleicht anders betrachten. Hinzu kommt, dass inzwischen auch Freunde des Brautpaares zur Hilfe eilen und die Hochzeit vorbereiten, sodass viele Hände mit anpacken. Und jeder kennt den Spruch "Viele Hände, ... " ;)

In diesem Sinne haltet die Ohren steif, 

Nadja & Daria 

Chasm-Walk

Donnerstag, 19.01.2017

Hallo ihr Lieben in der Ferne, 

wir wollten ja noch von unserem kleinen Abenteuer berichten. 

Und zwar sind wir vor 2 Tagen mit unserem Hostfather Burton und dem Jeep über Nachbarfarmen und -koppeln zu einem Flusstal gefahren. Der Weg dahin war wirklich nur mit einem hohen Allrad-Wagen zu machen, denn die Wege hier sind wenig befestigt, hin und wieder überschwemmt und stark abschüssig. Da der große SUV nicht von alleine anspringen wollte, mussten wir anschieben ;) 

Nachdem uns Burton dann noch erklärt hatte, wie man richtig bergab läuft (vorn über gebeugt, mit ausgefahrenem Wanderstock, damit man nicht wegrutscht) haben wir die Schafweide mit dem Jeep verlassen und uns auf einem kleinen Trampelpfad dem River im Tal genähert. Dort angekommen sind wir MIT DEN SCHUHEN (!!) ins Wasser gestiegen. Die seien ja schließlich dafür gemacht und auf den "slippery rocks" würde man dann auch nicht ausrutschen. Davon noch nicht ganz überzeugt guckte ich auf meine 250 Euro nigelnagelneuen ledernen Wanderschuhe von Lowa herunter - guckte Burton an und dachte mir "der Mann lebt hier. Er wird es schon wissen". Also sind wir mit unseren Schuhen ins Wasser getappt - und was soll ich sagen, wirklich tolle Erfahrung. Die Schuhe rutschen nicht, und sind auch vollgesogen gar nicht mal so schwer an den Füßen. Der Wanderstock ist eine willkommene Hilfe auf den Felsen im Wasser uns so folgen wir Burton wie die Entchen ihrer Mutter durch den Fluss. Das Wasser ist unglaublich rein und klar, das Plätschern wird durch die Felsen nur verstärkt. Die Höhlen, durch die der Fluss fließt, sind nur schwer zu beschreiben. Und noch schwieriger, in Bildern festzuhalten. Wir haben es versucht, aber die Bilder werden der Stimmung eigentlich gar nicht gerecht. 

   

Nachdem wir ein paar hundert Meter durch den Fluss gewatet waren, kletterte Burton durch eine Felsspalte - und war verschwunden. Wir kletterten bzw. rutschten ihm hinterher und er führte uns in eine kleine Tropfsteinhöhle. Die wir ohne ihn sicher niemals gefunden hätten.

Der Rückweg wurde dann wesentlich abenteuerlicher und schmutziger. Von Burton gewarnt vor den bösen Nesseln (wir dachten zuerst die machen bewusstlos - aber er meinte wohl nur, dass die Berührung eine Taubheit hervorruft) schlugen wir uns einen Weg zurück zum Fluss. Das ein oder andere Schienbein angeschlagen und von was auch immer gezwickt - hatten die Hobbits ihren Fluss wiedergefunden.

In dem seeeehr große Aale leben, die zwar recht scheu sind, sich aber auch nicht scheuen in Burtons Wanderstock zu beißen. Nagut, er hat sie auch geärgert. Wir sind Burton für dieses Abenteuer im Fluss wirklich sehr, sehr dankbar.

Allerdings gibt es inzwischen auch negatives von der Farm zu berichten. Wir drei Traveller fühlen uns etwas ausgenutzt. Der Grund dafür ist, dass unsere Arbeitszeiten die angedachten 5 Stunden deutlich überschreiten, wir bisher noch nicht reiten konnten und immer mit den schlimmsten Aufgaben von allen betraut werden. Darunter, das Haus für die Hochzeit vorzubereiten, hatten wir uns eher ein Schmücken und Herrichten vorgestellt. Die gesamte Hausfassade von Hand zu schrubben und von Spinnen zu befreien, daran hatten wir nicht gedacht. Weiterhin haben wir Unmengen an Palmen-Blättern und Pappel-Ästen aus dem dichtesten Dickicht im Hang aufsammeln müssen, sowie Tonnen an Pferdeäpfeln aufgesammelt. Das wäre ja kein Problem - wäre das nur einfach wochenlang schon nicht mehr gemacht worden. Was Melissa arbeitet können wir nicht so genau sagen, Burton ist Buchautor und wirklich humorvoll. Mit ihm zusammen macht die Arbeit Spaß. Die Tochter der Familie, Francesca, deren Hochzeit alle vorbereiten, ist hier eindeutig die Prinzessin. Sie reitet. Während alle anderen arbeiten. Mehr macht sie nicht. Wir durften noch nicht reiten. Es sei keine Zeit uns das vor der Hochzeit alles zu zeigen. Naja ich meine, wir sind keine Anfänger. Wir werden den Sattel nicht auf den Kopf schnüren und die Trense nicht in den Schweif einflechten... Auch wird uns ständig gesagt, es sei so stressig und niemand hätte Zeit. Aber scheinbar haben Francesca und Melissa so viel Zeit, dass sie problemlos den ganzen Tag im Auswärtstraining verbringen können und sich abends ins gemachte Nest setzen. Wir sind darüber jedenfalls zunehmend unzufrieden und überlegen ernsthaft, nicht die Farm zu wechseln. SO hatten wir uns das nämlich nicht vorgestellt. Klar ist das hier kein Urlaub, aber für die Drecksarbeit abgestellt zu werden, wenn auf der Website ausdrücklich nach erfahrenen Reitern gesucht wird (und damit wird natürlich geworben), dann entspricht das wirklich nicht den Vorstellungen. Wir werden mal sehen, wie die nächsten Tage so ablaufen und ob sich nach der Hochzeit eine Besserung einstellt. Aber wir halten euch auf dem Laufenden ;)

 

Bis dahin, Küsschen :*

Eine kleine Farm

Montag, 16.01.2017

Hallöchen, ihr da in der Ferne,

das ist unser erster Blogeintrag aus der Nähe von Martinborough in der Nähe von Featherston, nicht mehr in der Nähe von Wellington. 

Vor 3 Tagen haben wir aus dem Dwellington in Wellington ausgecheckt und sind in der Railway Station in einen Zug - besser eine Eisenbahn - gestiegen, der/die uns nach Featherston gebracht hat. Wir sind ca. 1 Stunde mit diesem Zug durch herrliche Landschaften (und Tunnel) gefahren, bevor wir an einem gottverlassenen Bahnhof im Nirgendwo (Bahnhof ist eigentlich völlig übertrieben) rausgelassen wurden. An diesem "Bahnhof" mussten wir aussteigen und nach vorne an den Wagen direkt hinter der Lok gehen, in dem unser Gepäck gelagert war. Große Gepäckstücke wie unsere Backpacks darf man hier leider nicht direkt in den Personenwaggons in der Nähe platzieren. Unsere Gastfamilie hatte uns geschrieben, dass wir von dort aus mit dem Bus nach Martinborough fahren sollen (ca. 15 min Fahrt) und dort dann von Isabelle, einer anderen Travellerin, mit dem Auto abgeholt werden. Das klang nach einem guten Plan. Vorerst. Denn der einzige Bus an diesem einsamen Bahnhof hat NICHT gewartet, bis alles Gepäck aus dem Zug ausgeladen war und fuhr einfach los, noch bevor die Eisenbahn wieder losgerollt war. Naja, dachten wir, nehmen wir eben den nächsten. Wie wir dann bald erfahren mussten würde der erst eine Stunde später fahren. Netterweise wurden wir dann von einer Neuseeländerin und ihrem Freund im Auto mit nach Martinsborough genommen, welch ein Glück. Nachdem Isabelle uns dann noch irgendwie in dieser 1500-Seelen-"Stadt" gefunden hatte, ging es mit dem Auto über verstaubte Schotterpisten nochmal 15 min lang bis zur Farm. 

Die Abgeschiedenheit dieser Gegend lässt sich kaum in Worte fassen. Martinborough selbst könnte ein Drehplatz für einen Westernfilm gewesen sein; in der einzigen Bar/Kneipe/Cafe/Restaurant in diesem Ort trafen sich bei unserer Ankunft wohl das Who-is-Who des ganzen Südens zu einem Dinner. Die Straßen sind groß und breit, aber leer. Meistens nicht mal geteert, öfters so eng, dass nur ein Auto passieren kann. Ist ja auch eigentlich immer nur eins da. In manchen Gegenden gibt es Erdrutsche oder überspülte Straßen, aber das macht nichts... Ohne Auto kann man hier jedenfalls gar nichts erreichen. Hier fahren keine Busse mehr, geschweige denn Züge. Die Distanzen zu den Nachbar-Farmen sind unglaublich groß. Das Internet ist langsam, Handyempfang gibt es gar nicht. Den Strom beziehen viele über Solaranlagen. Der Fluss im Tal wird zum Bewässern der Gärten genutzt. Es ist eine andere Welt. 

Auf der Farm angekommen (fast hätten wir die einzige Ausfahrt auf dieser Schotterpiste übersehen) wurden wir sehr warmherzig von Melissa und Burton empfangen. Isabelle kommt aus der Schweiz und ist noch für 2 Wochen auf der Farm. So haben wir alle am ersten Abend zusammen mexikanisch gekocht (Melissa kocht unfassbar gut) und zusammen etwas Wein getrunken. Hier sind ein paar Eindrücke der Farm :)

Zu unseren täglichen Aufgaben gehören das Füttern der Pferde und Hühner morgens und abends, das Wäsche machen, Küche machen, das Wässern der Gemüsegärten und allgemeine Farmarbeit. So haben wir am ersten Tag das umliegende Land und die Weiden mit einer Harke in der Hand von Disteln befreit, die heruntergefallenen Äste vom letzten Sturm weggeschafft und heute die hier wachsenden Palmen von ihren trockenen Blättern befreit. Da Francesca, eine Tochter von Melissa und Burton, am 5. Februar ihren Alex heiratet, wird die Farm in diesem Sinne generalüberholt. Dazu werden zurzeit Bänke abgeschliffen und neu lackiert (150 Leute wollen ja schließlich irgendwo sitzen) und das Land gewässert und gemäht. Auf den Fotos ist eine der vier Katzen, Jasper, zu sehen, der uns bei unserer täglichen Arbeit stets begleitet und zwei der vier Pferde, Gally und Case. Gally (der dunkle) ist mit seinen knapp 3 Jahren noch zu jung um geritten zu werden, der braune Case ist da schon ein "alter Hase".

Gestern hatten wir bereits unseren 1. freien Tag, da ein großes Meeting für die Hochzeit stattgefunden hat. So sind wir mit dem Auto (wie auch sonst) etwa 1 Stunde Richtung Süden gefahren, bevor wir das Meer erreicht haben. Burton hatte uns den (durchaus einfachen Weg) sehr gut beschrieben und so haben wir die Südküste schnell gefunden. Am Lake Ferry, der ins Meer mündet, haben wir eine Kleinigkeit gegessen und einen toten Hai gefunden.

Einige Kilometer weiter auf der Suche nach freilebenden Seals (Seehunden bzw. Robben) wurden wir tatsächlich fündig und konnten diese wilden Tiere aus nächster Nähe mit ihren Jungen beobachten. Unvergessliche Momente.

Nachdem wir uns von diesen faszinierenden Bildern losreißen konnten, sind wir weiter gefahren zu einem Leuchtturm, dem südlichsten Zipfel der Nordinsel. Nach 248 Stufen war auch hier der Ausblick atemberaubend. Und der Wind extrem heftig. Sowas hatte noch keiner von uns erlebt.

Nachdem wir auf dem Rückweg dann am Lake Ferry Fish and Chips zu Abend gegessen hatten und einen wundervollen Sonnenuntergang erlebt hatten,

 

sind wir zur Farm zurück gefahren. Da Daria leider ihren internationalen Führerschein auf der Farm vergessen hatte, konnte nur ich den Linksverkehr als Fahrerin testen. Man muss sich zwar ziemlich konzentrieren, aber wenn man eine Weile als Beifahrerin auf der "falschen Seite" gesessen hat, ist auch das keine große Umstellung mehr. 

Das Leben auf der Farm ist auf jeden Fall eine große Umstellung, vor allem für mich. Es ist super ruhig, recht einsam und ich muss mich noch mit dem ganzen Krabbelzeugs anfreunden. Hier ist zwar nichts wirklich gefährlich, aber trotzdem gibt es diese fiesen kleinen Biester, die "Sandflies", also Kriebelmücken. Ohne Insect-away geht hier wirklich gar nichts. Auch die Einheimischen sind da nicht sehr abgehärtet und benutzen die größten Insekten-Killer-Sprays und tragen in der Regel lange Kleidung.

Soweit zu den letzten Tagen - welches Abenteuer wir heute erlebt haben, davon berichten wir euch morgen ;) 

Grüße und Küsse in die Heimat :*

Eine knappe Woche Wellington :)

Freitag, 13.01.2017

Hallo ihr Lieben in der Heimat ;)

heute ist schon wieder Freitag und wir haben eben aus unserem Hostel, dem "Dwellington", ausgecheckt. Ein wirklich super gemütliches und helles Hostel, mit unglaublich vielen tollen Leuten aus den Staaten, Australien, Frankreich und ja - Deutschland.

Es haben sich viele Kontakte ergeben, die sich über die Reise bestimmt ein wenig halten werden. Ursprünglich wollten wir bis Sonntag hier bleiben, aber unsere Wwoofing-Stelle kann uns schon heute am Bahnhof Martinsborough abholen. Das heißt wir starten nach dem Mittag am Hostel und sind heute Abend dann auf der Farm ;)

Die vergangenen Tage in Wellington waren sehr durchwachsen. Strahlt heute der Himmel in seinem sattesten Blau, so waren die vergangenen beiden Tage von extremem (!!) Wind und wolkenverhangenem Himmel dominiert. Wellington ist bekannt für seine starken Winde - doch wir waren so schockiert, dass wir ständig fragend in den Himmel geguckt haben. Windet es zu Hause so stark, muss man gleich seine 7 Sachen Packen um vor dem Unwetter im Trockenen zu sein. Hier scheint es aber normal zu sein, die Neuseeländer machen sich nichts daraus. Auch nicht aus den beiden Erdbeben, die wir hier schon erlebt haben. So kleine Beben seien völlig normal ;) Allerdings haben wir beide schon zu spüren bekommen, dass man bei blauem Himmel wirklich NIEMALS ohne Sonnencreme raus gehen sollte. Auch nicht, wenns nur für 5 oder 10 Minuten ist. Erster Sonnebrand: Check!

Die Stadt selbst hat einen wunderschönen Hafen und eine Promenade, über die man direkt am Hafen entlang in die Stadt schlendern kann. Allgemein ist Wellington mit seinen ca. 200.000 Einwohnern so klein, dass man alles fußläufig erreichen kann. Die Innenstadt und auch die Architektur der Bauten hier sind sehr unterschiedlich - man findet altenglische Elemente, schwedische Häuschen und moderne Hochhäuschen (winzig im Vergleich zu Hongkong). In den Bergen um die Stadt drum herum stehen kleine Häuschen wie auf den Berg "gesäht". Einen tollen Ausblick auf die Stadt und ihren Hafen hat man vom botanischen Garten aus, zu dem man mit einer Cable Car (wieder eine Seilbahn ;) ) hinauffahren kann. Diesmal waren wir in der kleinen roten Seilbahn jedoch fast die einzigen Besucher - in Hongkong wurden wir teilweise von der drängelnden Menge reingeschoben ;) Ist halt eben alles ein klein wenig anders hier :)

Inzwischen ist Wellington nicht nur bei seinen Einheimischen für seine vielen Kaffee-Spezialitäten bekannt und beliebt. Der riesige Koffein-Anteil im Kaffee hier hat in Nadjas zierlichem Körper jedoch schon fast einen high-artigen Zustand ausgelöst. Die vielen kleinen Café´s locken in der Innenstadt neben dem Kaffee mit herzhaften und quietschend süßen Törtchen. Allerdings schließen hier alle Einrichtungen spätestens um 17 Uhr - also kein Ort für Langschläfer...

Gestern waren wir bei dem "schlechten" Wetter (bei dem Wind im Rücken wurde allein das Stehenbleiben zum Problem) im Te Papa - DEM Museum in Wellington, in dem man viel über die Entstehungsgeschichte und Kultur Neuseelands erfahren kann. Freier Eintritt und viele interaktive Möglichkeiten für Kinder machen das Museum gut besucht. 

Heute haben wir dann noch ein paar Bälle auf dem Tennisplatz neben unserem Hostel geschlagen - etwas eingerostet, aber dafür umso lustiger.

Wir melden uns dann wieder, wenn es was neues gibt... von der Farm ;) 

bis bald also und sonnige Grüße :*

Macau, Hongkong und Ankunft in Neuseeland

Samstag, 07.01.2017

Hallo ihr Lieben, 

hier nun der zweite Teil des Hongkong-Zwischenstops ;)

Nachdem wir also am ersten Tag recht Jet-Lag verkatert durch Hongkongs Innenstadt gebummelt sind und uns selbige von oben angesehen haben, sind wir am zweiten Tag mit der Fähre "TurboJet" von Kowloon aus nach Macau gefahren, in das "Las Vegas Chinas" und die einzige Stadt in China, in der Glücksspiel legal ist. 

Das Schnellboot hat ca. 1 Stunde von Hafen zu Hafen gebraucht und am Terminal Marítimo sind wir dann prompt auf Geheiß einer sehr schlecht Englisch sprechenden Chinesin in den falschen Bus eingestiegen. Wir wollten eigentlich zur Ruine von Sao Paulo, wurden dann aber an der Endstation des Busses von einem sehr netten Chinesen aus dem Bus geworfen. Irritiert wie wir waren hat er uns dann aber in die (fast) richtige Richtung geschickt und ist uns dann noch 2 mal hinterher gelaufen, bis er uns in den richtigen Bus verfrachtet hatte. Im richtigen Bus ging die Fahrt dann weiter durch das Straßenwirrwarr Macaus. Überfüllte, laute Straßen mit hektischen Menschen und lebensmüden Rollerfahrern (das beliebteste Verkehrsmittel dort) kosteten uns insgesamt dann wohl eine gute Stunde Verspätung und 3,20 Hongkong-Dollar Umweg (45 Cent).

Endlich in der Rua de Cinco de Outubro angekommen (nicht wundern - Macau war mal eine portugiesische Kolonie) haben wir den Hong Kung-Tempel besucht. Der ganze Tempel liegt in Weihrauch und Räucherstäbchen gehüllt und man sollte diese Kombination wohl lieber nicht zu lange einatmen.

Anschließend sind wir durch ein paar Gässchen zur Ruine gegangen und haben auf dem Weg dorthin an verschiedenen Ständen komische Sachen probiert. Mal lecker, mal zum Feuer spucken.

 Die Ruine von Sao Paulo

Anschließend sind wir dann in den richtigen Bus gestiegen und haben unser gebuchtes Speedboot zurück nach Kowloon erwischt. Da wir es in Macau nicht mehr auf einen der berühmten Märkte geschafft hatten, haben wir abends spät noch den Tempel Street Night Market in Kowloon besucht. Dieser quietschbunte Markt bietet neben viel Glitzer und Tamtam original gefälschte Handtaschen und Schals an, dazu aber auch sehr gutes Essen (Daria war etwas überrascht von der Erdnussbutter auf ihrer Waffel ^^) und ein einzigartiges Flair. 

Tempel Street Night Market

Am nächsten Tag haben wir dann schon wieder unsere Sachen in die Rucksäcke gequetscht und sind zum Flughafen gefahren (auf Anhieb richtiger Bus). Nachdem wir dort unser Gepäck eingelagert hatten haben wir uns auf dem Weg zum Tian Tan Buddha gemacht (Bus hatte allerdings wohl nen Getriebeschaden. Hoppel hoppel hoppel - kotz kotz kotz), der größten sitzenden Buddha-Statue der Welt. Der Bus ist mit 20 Sachen die Berge Lantaus heraufgekrochen, sodass wir letztlich die 248 Stufen zum Buddha im Laufschritt zurückgelegt haben, aus Angst den Flieger am Abend zu verpassen. Doch die Aussicht war jede Mühe wert. 

bringen doch Glück, oder??

Rückzu sind wir dann mit der Ngong Ping 360-Seilbahn ins Tal gefahren. Als diese dann plötzlich in luftiger Höhe stehen blieb und wir uns urplötzlich wieder bewusst waren, dass wir ja in China sind - ist sie zum Glück einfach wieder los gefahren. Puh :D 

Den Flieger haben wir rechtzeitig erreicht und hatten sogar noch Zeit, in bequeme Jogginghosen zu schlüpfen.

Der A380 von Qantas war dann allerdings eine herbe Enttäuschung. Mal abgesehen davon, dass sich Kleinkinder während der gesamten Flugzeit von über neun Stunden ein Schreiduell lieferten, sodass keiner ein Auge zumachen konnte, schaffte es auch jemand, neun Stunden lang etwa alle 3-4 Minuten mit einem Aroma zu pupsen, dass einem Hören und Sehen verging. Dazu tropfte die Klimaanlage im Takt von der Decke und Darias Kopfhörer liefen im doppelten Stereo. Oder auch mal gar nicht. Der Geruch von Käsemauken war da ja schon fast angenehm. Der große Hunger hat dann auch den Flugzeugfraß hineingetrieben und - die Flusen von der Decke auf dem Kissen in den Haaren und auf der Hose - taten dann ihr übriges. Leicht genervt landeten wir dann also in Sydney. Kurzer, schmerzloser Transitaufenthalt und wir saßen schon wieder im Flieger nach Wellington. 

Bei der Einreise in Neuseeland mussten wir dann neben unserem Visum auch noch unser Vermögen offenlegen und wurden ausgiebigst von einem Spürhund untersucht. Nachdem unser gesamtes Gepäck NOCHMALS durchleuchtet wurde und wir erklärt hatten, welche Medikamente und Schuhe wir mit hatten und warum wir Neuseeland besuchen wollten - bekamen wir endlich unseren Stempel. Die Neuseeländer sind vielleicht übervorsichtig, aber ein sehr nettes Völkchen. Alle Mitarbeiter an diesem recht kleinen Flughafen sind zu Schwätzchen aufgelegt und begrüßen einen gleich mit einem "hey guys". Selbst die Busfahrerin war sehr bemüht, uns an der richtigen Stelle in Wellington abzusetzen. 

Jetzt sind wir also den ersten Abend im Hostel und schreiben diesen Block (jetzt sind es immerhin 12 Stunden Zeitverschiebung) und morgen wollen wir uns dann zuerst einmal die Stadt angucken. 

Wir melden uns dann wieder, wenn es was zu berichten gibt :)

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